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Die Buchstadt Hotelbibliothek im Hotel Dom, St.Gallen. Bild: ©Hanspeter Schiess

Reisen und Lesen – ein perfektes Paar
Ob als entspannende Lektüre in den Strandferien oder als Ergänzung zur kulturell orientierten Städtereise: Reisen und Lesen ist eine perfekte Kombination, Hotels und Bücher ebenso. Nicht zuletzt deshalb bieten einzelne Hotels ihren Gästen Lesegenuss in der hoteleigenen Bibliothek an; so beispielsweise das Hotel Hof Weissbad bei Appenzell und das Kurhaus und Medical Center Oberwaid in Mörschwil. Viele Hotels haben aber nicht den nötigen Raum oder auch die personellen Ressourcen für ein solches Angebot.

Die Hotelbibliothek als kompakte und attraktive Box
Mit der Buchstadt-Hotelbibliothek stellt der Verein Buchstadt St.Gallen nun ein Format vor, das es jedem Hotel ermöglicht, seinen Gästen mit wenig Aufwand und auf kleinem Raum ein ausgewähltes Buchangebot in ansprechender Präsentation anzubieten. Statt einer verstaubten Zufalls-Auswahl von Büchern, die frühere Hotelgäste liegen gelassen haben, legt die Buchstadt-Hotelbibliothek Wert auf eine gepflegte Erscheinung. Die Plexiglas-Box mit dem Buchstadt-Logo ist ein Blickfang für die Reception oder die Hotellobby. Die Gäste können direkt vor Ort in den Büchern schmökern oder ein Buch mit aufs Zimmer nehmen. Und wer das angefangene Buch am liebsten gar nicht mehr zurückgeben möchte, kann an der Reception sein druckfrisches eigenes Exemplar erwerben. Nähe zu den Leserinnen und Lesern ist für Buchstadt-Geschäftsführer Claudius Krucker wichtig. «Wir wollen Buchkultur nicht nur in der Stiftsbibliothek und im Museum ausstellen, sondern sie auch im Alltag leben – und diese Kultur wollen wir auch zusammen mit unseren Gästen pflegen.»

Regionales und Lese-Häppchen
Die ausgewählten Bücher bieten einen spannenden Mix: Gedichte, Krimi, Kinderbücher, Philosophisches und Literatur mit einem regionalen Bezug – für jede und jeden das passende. Und nicht zuletzt soll die Buchstadt-Bibliothek auch ein Schaufenster für das regionale Buchschaffen sein. So findet sich Manuel Stahlbergers Erwachsenen-Comic ‹Herr Mäder› neben Lyrik aus der Region und dem wohl bekanntesten Buch über die Stiftsbibliothek, ‹Fräulein Stark› von Thomas Hürlimann. Doch auch andere Literatur, die sich in kleineren Häppchen lesen lässt, fand Eingang in die Buchstadt-Hotelbibliothek.

Zudem soll die Auswahl entsprechend dem jeweiligen Standort ergänzt werden, beispielsweise mit Büchern zur Geschichte des Orts oder zu einem lokalen Wahrzeichen. «Das Spektrum ist breit, und bei den meisten Titeln kann man problemlos eine in sich geschlossene Einheit in einer Nacht fertiglesen – ausser beim Krimi, den wird man mitnehmen wollen», meint Leonie Schwendimann von der Buchhandlung zur Rose zur Buchauswahl.

Pilotprojekt mit zwei Hotels – und deren Cafés
Für die Pilotphase, die heute anläuft, konnten zwei Hotels als Projektpartner gewonnen werden: Das Hotel Dom, das Designhotel in der St.Galler Altstadt, und das Hotel Mozart in Rorschach, einen Steinwurf vom Bodensee entfernt. In beiden Hotels kann die Buchstadt-Hotelbibliothek nicht nur von Hotelgästen entdeckt werden, sondern steht auch den Gästen des angeschlossenen Cafés bzw. des ‹Kloster-Bistro› gleich gegenüber der Stiftsbibliothek zur Verfügung.

Hans-Jakob Würsch, Leiter des Hotels Dom, war schnell für die Idee zu begeistern: «Ich liebe schöne Bücher, und das möchte ich auch unseren Gästen vermitteln. Die Buchstadt-Bibliothek gab uns nun den Anstoss, einen Raum entsprechend umzugestalten und einen attraktiven Lese-Raum zu schaffen.» Um konkurrenzfähig zu sein, muss man den Gästen immer wieder etwas Besonderes bieten. Auch für Susanne Tobler, die Gastgeberin im Hotel Mozart, passt die Idee der Hotelbibliothek sehr gut zu ihrem Konzept: «Es bereitet mir grosse Freude, unseren Gästen mit dem Pilotprojekt von Buchstadt St.Gallen ‹die Liebe zum Buch› näher zu bringen.»

Flächendeckende Verbreitung als Ziel
Im Rahmen des Pilotprojekts, das von der Region Appenzell AR – St.Gallen – Bodensee unterstützt wird, werden nun Bücherauswahl, Wechsel-Rhythmus und Prozesse ausgetestet und optimiert, bevor das Konzept für weitere Hotels geöffnet wird. «Unser Ziel ist, dass sich unsere Gäste an der Buchstadt-Bibliothek in allen Hotels der Region erfreuen können», umschreibt Kathrin Hilber, die Präsidentin von Buchstadt St.Gallen, ihre Vision.

In der Pilotphase ab 26. Februar 2015 finden Sie die Buchstadt-Hotelbibliothek an folgenden Standorten:

  • 9000 St.Gallen
    • Hotel Dom***, Webergasse 22, www.hoteldom.ch
    • Kloster-Bistro, Klosterhof 6E, gegenüber Eingang Stiftsbibliothek
  • 9400 Rorschach

Das Hotel Dom inmitten der historischen Altstadt von St.Gallen überrascht mit seinem Mix aus Wärme und praktischer Nüchternheit. Das Hotel verfügt über 31 Zimmer und diverse Tagungsräume. Das Restaurant ist täglich geöffnet und bietet ein reichhaltiges Mittagsbuffet an. Speziell ist das Integrations-Konzept: Mit dem Hotel Dom bietet die Stiftung förderraum für rund 55 Menschen mit Beeinträchtigung einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Das Hotel wurde beim ‹Prix Bienvenu› 2014 als eines der freundlichsten Stadthotels der Schweiz ausgezeichnet. www.hoteldom.ch

Das Hotel Mozart ist ein mit Liebe für das Detail geführtes Dreistern-Hotel am Puls der Hafenstadt Rorschach. Mit seinen 35 Zimmern bietet sich das gleich beim Kornhaus gelegene Hotel sowohl für Geschäftsleute als auch – insbesondere im Sommer – für fahrradfahrende und andere Touristen an. Das gemütliche Café-Restaurant mit frischer Marktküche sowie hausgemachten Kuchen und Dessertspezialitäten ist ein beliebter Treffpunkt. www.mozart-rorschach.ch

Die Buchhandlung zur Rose, 2005 von Leonie Schwendimann gegründet und in einem 500jährigen Altstadthaus in unmittelbarer Nähe des Klosterplatzes beheimatet, gehört zu den schönsten Buchhandlungen nördlich der Alpen. Mit ihrem ‹kleinen, feinen Sortiment und grossem Engagement› wurde die Buchhandlung 2010 von der Jury des Schweizer Buchhandels als Newcomer des Jahres ausgezeichnet. www.buchhandlungzurrose.ch

Das Pilotprojekt wird unterstützt von den regionalen Verlagen:

sowie von den Verlagen Diogenes, dtv, S. Fischer, Hanser, Manesse und Suhrkamp / Insel.